Twitch-Donations / YouTube-Spenden als Einnahmen versteuern?

Live-Streams: Twitch-Donations und YouTube-Spenden

  • Eine Spende bzw. eine Donation gehört zu den steuerpflichtigen Einnahmen
  • Die hier behandelte Spende darf nicht mit einer Spende i.e.S. verwechselt werden
  • Trinkgelder sind in der Regel nur für Angestellte steuerfrei
  • Spenden/Donations können der Einkommen-Gewerbe und Umsatzsteuer unterliegen

Einnahmen durch freiwillige Spenden / Donations

Es gibt viele Arten und Wege, um Videos z.B. auf Twitch oder YouTube zu monetarisieren. Eine der ungewöhnlichsten Arten ist bestimmt die Generierung von Einnahmen durch freiwillige Spenden/Donations von Zuschauern eines Livestreams.

So kommt es vor, dass Zuschauer eines Livestreams an den YouTuber freiwillig einen Betrag „spenden“, um diesen zu unterstützen und die Qualität des Videos zu honorieren, in der Hoffnung, dass weitere Inhalte durch den YouTuber zur Verfügung gestellt werden. Diese Spenden dürfen nicht mit Spenden i.e.S., z.B. Zuwendungen an gemeinnützige Vereine, verwechselt werden. Außer hinsichtlich der Freiwilligkeit der Zahlung ergeben sich hier keine Parallelen.

Trinkgelder?

Um die wahrscheinlich wichtigste Frage vorwegzunehmen, es besteht in der Regel nicht die Möglichkeit, die freiwilligen Zahlungen der Zuschauer als steuerfreie Einnahmen (Trinkgelder) zu vereinnahmen. Denn Trinkgelder, welche an einen Unternehmer (z.B. den Youtuber) gezahlt werden, sind immer steuerpflichtig, weil Sie ein Entgelt für die erbrachte Leistung (hier das Video) darstellen. Je nach Art und Umfang der Umsätze sind Spenden/Donations einkommen-, gewerbe- und umsatzsteuerpflichtig.

Einkommensteuer

Wenn die vorhandenen Freigrenzen bzw. Freibeträge nicht überschritten werden, fällt auf Spenden/Donations keine Einkommensteuer an. In der Regel wird dies jedoch nicht der Falls ein, weil mit einem erfolgreichen Youtube-Kanal schnell höhere Einnahmen anfallen, welche zu einer generellen Versteuerung aller Einnahmen führen.

Gewerbesteuer

Gewerbesteuer fällt erst an, wenn die Einkünfte aus einem YouTube– oder Twitch-Kanal und die mit dieser Tätigkeit verbunden Einkünfte den Gewerbesteuerfreibetrag von € 24.500,00 übersteigen.

Umsatzsteuer

Sofern nicht von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch gemacht wird, so ist auf Spenden aus Deutschland Umsatzsteuer abzuführen. Vorsichtig ist geboten, wenn die Spenden von Privatpersonen aus dem Ausland kommen. Hier kann es dazu kommen, dass die Spenden ggf. im Ausland der Umsatzsteuer unterliegen, was zu einem Mehrauswand bei der umsatzsteuerlichen Deklarierung der Spenden führt.

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